Starchild über „The World is ill“, soziale Probleme und ihren Weg im Musikgeschäft

Veröffentlicht am · Autor: Chris

Hey Starchild, wer seid ihr und was wollt ihr mit eurer Musik erreichen? Wie habt ihr euch gefunden?

Um es kurz zu sagen, wir sind zwei leidenschaftliche Musiker, die sich zum Ziel gesetzt haben mit ihrer Musik einen eigenen Weg im Musikgeschäft einzuschlagen. Was den Sound betrifft, gibt es da für uns absolut keine Grenzen. Wir sind immer offen für neue Ideen und bedienen uns dabei jedem möglichen Stil und Genre. Müssten wir unseren Stil jedoch beschreiben würden wir das Genre auf eine Mischung zwischen Hip-Hop und R&B eingrenzen. Für uns gilt jedoch: Wenn’s cool klingt wird’s einfach gemacht!

StarchildKennengelernt haben wir uns auf der Deutschen POP in Köln. Wir haben dort gemeinsam unser Studium im Bereich Musikproduktion abgeschlossen. Es dauerte nicht lange, da saßen wir wie zwei Verrückte mit Kopfhörern mitten im Unterricht an einem Beat. Uns war egal, wo wir waren, wer da vorne gerade spricht, ob wir zu laut waren und was die anderen von uns dachten. Vom Unterricht haben wir in diesem Moment zwar nicht viel mitbekommen, jedoch resultierte daraus eine musikalische Zusammenarbeit, die den Grundstein für Starchild legte. Einige Zeit später entstand der erste richtige Song (Hey Shorty), der gleichzeitig der Start für die EP „Welcome“ war.

B-Doppel O! : “Musik hat mich schon immer glücklich gemacht und begleitet mich daher schon mein ganzes Leben lang. Sie hilft mir dabei meine innere Ruhe zu finden.“

Note: “Wenn mein Bauch und mein Herz sprechen könnten, würden sie das wahrscheinlich in Melodien tun.“

Die EP „Welcome“ ist Ende des letzten Jahres rausgekommen. Wen heißt ihr damit Willkommen?

Eigentlich bezieht sich das „Welcome“ weniger auf eine bestimmte Zielgruppe als auf uns selbst. Wir heißen damit jeden Willkommen der Lust auf einen frischen und originellen Sound hat, welcher komplett in Eigenregie entsteht und an dem man erkennt, wie viel Hingabe und Liebe in ihm steckt. Wenn man sich die EP anhört, erkennt man schnell, dass dahinter kein „echtes“ Konzept steht. Wenn man es genauer betrachtet sind es jedoch Songs die von Situationen aus unserem Leben erzählen, von Dingen die uns am Herzen liegen und uns so repräsentieren, wie wir sind. Die Thematik reicht hierbei von romantischen Alltagsgeschichten, über sozialkritische Texte bis hin zur puren Selbstdarstellung wie man sie aus dem Rap Genre kennt. Die Beats enthalten dabei verschiedenste Elemente, unter anderem aus Hip-Hop, EDM und R&B.

Wie kam es zum Entschluss, (meist) auf Deutsch zu rappen und auf Englisch zu singen?

B Doppel O - StarchildB Doppel O!: „Zu Beginn meiner Karriere rappte ich noch auf Englisch, da ich absolut keinen Bezug zum Deutschrap hatte und somit auch kein Fan davon war. Wer mich letztendlich zum Deutschrap brachte waren Afrob und Samy Deluxe. Mit dem Album „ASD – Wer hätte das gedacht?“ wurde ich letztendlich davon überzeugt, dass Deutschrap für mich funktionieren kann. Von diesem Zeitpunkt an beschäftigte ich mich auch immer mehr mit den Klassikern des Deutschrap, die mich nach kurzer Zeit dazu brachten, eigene Verse und Texte auf Deutsch zu schreiben. Das hat dann für mich so gut funktioniert, dass ich bis heute dabei geblieben bin.“

Note von StarchildNote: „Englisch war schon immer die Sprache, in der ich gesungen habe…haha, das war schon zu den Zeiten so, als ich in der 3. Klasse auf meinem Walkman Songs gehört habe und nur die Laute mitgesungen habe, ohne die eigentlichen Wörter zu kennen! Der erste große Künstler, der mich für R&B begeisterte war Craig David. Seine Musik brachte mich dazu, Texte auswendig zu lernen und meinen Eltern durch die Singerei schlaflose Nächte zu bescheren. Seitdem schreibe ich meine Songs auf Englisch und ich würde mich auch nicht trauen auf Deutsch zu singen, denn meiner Meinung nach ist das eine Kunst für sich und die beherrschen nur eine Handvoll Künstler in Deutschland.“

In eurem bisher wohl bekanntesten und sozialkritischen Song „The World is ill“ sagt ihr, dass man die genannten Ungerechtigkeiten und Probleme nicht nur erkennen und verstehen sollte, sondern auch aktiv gegen sie vorgehen muss, um etwas zu verändern. Wie versucht ihr die Welt ein bisschen besser zu machen?

Zu allererst sollten wir hierbei auch klarstellen, dass wir noch lange keine Heiligen sind! Wir wissen selbst, dass wir viel mehr tun könnten als wir jetzt schon tun und das es Momente im Leben gibt, in denen man so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, dass man viele Dinge um sich herum nicht wahrnimmt. Eine echte Veränderung auf der Welt kann nur im Kollektiv erreicht werden, aber jede kleine Veränderung im eigenen Leben kann zumindest dazu beitragen die Welt ein klein wenig besser zu machen. Das können Dinge sein wie einer alten Frau über die Straße zu helfen, einem Obdachlosen etwas zu essen und einen heißen Kaffee zu spendieren, Kleider zu spenden, seinem Nächsten mit dem Respekt und der Freundlichkeit entgegen zu kommen, mit der man selbst auch behandelt werden möchte, seinen Kindern Werte vermitteln, die jeden Menschen nicht anhand von Dingen wie Rasse, Geschlecht oder Glaube beurteilt, sondern anhand von den Dingen, die sie sagen und tun. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von Dingen, die wir versuchen täglich in unser Leben einzubinden und wir denken, dass jeder Mensch dazu fähig sein sollte, sich seine eigen kleine Liste zu machen. Wenn man versucht ein guter Mensch zu sein, ist das schon die halbe Miete.

Wenn ihr ein Problem auf der Welt lösen oder einfach aus der Welt schaffen könntet, welches wäre das und warum?

Puh, es gibt wirklich allerlei Dinge auf der Welt die man hier erwähnen könnte. Aber müssten wir uns für eines entscheiden, wäre es die Armut auf der Welt. Aus Armut entstehen Dinge wie Hunger, menschenunwürdige Lebensverhältnisse, Kriege, Korruption und vieles mehr! Dabei ist so viel Geld im Umlauf, dass eine bessere Verteilung einige Probleme auf dieser Welt lösen könnte. Dazu braucht es aber die Einsicht, dass eine Veränderung nicht nur wünschenswert sondern auch notwendig ist, um diesen Planeten, zumindest was die Menschen an sich angeht, zu einem besseren Ort für jedermann zu machen. Man sollte jedem Menschen ermöglichen, einen Lebensstil führen zu können, der seine Würde wahrt.

B –Doppel O! : „Die Wirklichkeit: Nicht jeder hat ‘ne Unterkunft. Es gibt ganze Nationen in denen man Hungern muss. Dabei besitzen wir Nahrung und das im Überfluss, denn es ist die Verteilung bei der man grübeln muss.“

Ich habe gelesen, dass ihr mit eurer Musik auf der DIY-Schiene fahrt und ihr daher auch bei keinem Label unter Vertrag seid. Wieso habt ihr euch gegen ein Label entschieden?

Ganz ehrlich? Bis dato haben wir nicht wirklich über die Möglichkeit nachgedacht über ein Label unsere Musik zu vertreiben. Wir sind einfach zwei Jungs, die in einem kleinen Homestudio angefangen haben und nun schauen wie weit sie es mit ihrer Musik bringen können. Dass wir das völlig alleine machen wollten, war eigentlich schon von Anfang an klar. Das bedeutet nicht, dass wir nicht wissen, welche Vorteile uns ein Label bringen könnte. Alleine nur die Struktur und die Reichweite sind Dinge, die man sich selbst nur sehr mühselig aufbauen kann. Wichtig für uns ist, unsere künstlerische und musikalische Freiheit beizubehalten und das zu machen, worauf wir gerade Lust haben. Wir werden nicht in ein Korsett aus Trends und Chartplatzierungen gezwungen, um bestimmte Umsätze zu erzielen. Diese Freiheit gibt uns die Möglichkeit zu 100 % hinter dem zu stehen, was veröffentlicht wird, und das ist für uns Luxus und Geschenk zugleich.

Habt ihr Tipps für andere Musiker, die ebenfalls auf dieser Schiene fahren wollen?

Wichtig ist sich im Klaren darüber zu sein, was man will und was man bereit ist dafür zu opfern. Wenn du ein Künstler bist, der sein Ding alleine, also komplett alleine durchziehen will, muss dir klar sein, dass du der einzige bist, der beeinflussen kann wann du was veröffentlichst. Niemand schreibt dir einen Text, niemand komponiert für dich. Bleib daher immer am Ball, sei fokussiert und arbeite hart an deinem Traum! Nutze alle Möglichkeiten die dir das Internet bietet. Vieles wäre vor Jahren nicht möglich gewesen, ohne ein Label im Rücken. Es wird Momente geben, in denen gar nichts geht! Lass dich davon nicht entmutigen und verarbeite die schlechten Dinge die dich Abseits der Musik runterziehen am besten einfach in einem Song. Hör nicht auf die Meinung der anderen, die deine Musik ständig nur kritisieren und mach dein Ding. Wie viele haben gesagt: “Deutsch und Englisch?! Das wird niemals funktionieren.“ Und jetzt feiern diese Leute unseren Sound. Mit Musik ist es wie mit einem Gemälde. Es wird immer Menschen geben, die es schlecht finden…sei darauf vorbereitet und komm damit klar…das ist normal! Sei du selbst und zeige in deiner Musik wer du bist und was du fühlst…die Menschen werden merken ob es echt ist oder nicht. Das Wichtigste: Hab Geduld! Sowohl mit dir selbst, als auch mit der Musik, die du kreierst…wenn du gut bist und du lange genug dran bleibst, wird es sich eines Tages auszahlen!

Note: „Musik ist schon etwas Besonderes. Sobald du eine Idee im Kopf hast ist alles möglich“

Wie seht ihr die Zukunft für euch und Starchild?

Kurzfristig gesehen werden in diesem Jahr noch einige Videos von uns erscheinen. Darunter sind Videos zu Songs auf der EP, aber auch ein paar speziellere Videos, auf die wir uns sehr freuen. Wir arbeiten jetzt schon fleißig an der nächsten EP, die voraussichtlich gegen Sommer erscheinen wird. Es liegt also noch eine Menge Arbeit vor uns, aber wir sind wahnsinnig gespannt auf das, was dieses Jahr für uns bereithält. Langfristig gesehen ist uns wichtig den Namen „Starchild“ bekannter zu machen und im Laufe der Zeit zu etablieren. Dabei wollen wir in Zukunft auch weiterhin mit anderen Künstlern zusammenarbeiten und für diese produzieren. Wir danken an dieser Stelle jedem, der uns unterstützt und sich für unsere Musik begeistern kann! Jeder Download, jeder Daumen nach oben, jedes Kommentar bedeutet uns wahnsinnig viel! Also haltet die Ohren offen…da kommt noch einiges auf euch zu!

Starchild

 

Euch gefällt der Song? „The World Is Ill“ und weitere Songs von Starchild gibt’s hier zum Anhören und Downloaden: https://inicat.com/music/449

 

 

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