Denkanstöße #3 – Ein kritischer Blick auf die CD

Veröffentlicht am · Autor: Chris

Nachdem wir beim letzten Mal bereits den Nutzen einer CD in Frage gestellt haben, da sich durch das Internet Alternativen für den Verkauf der eigenen Musik bieten, die zudem nachhaltiger bzw. umweltfreundlicher sind, schauen wir uns heute die Möglichkeiten in der offline Welt an, um die eigene Musik zu vertreiben. Ist hier die CD ebenfalls eher überflüssig?

CDs offline verkaufen

Wo verkauft der Durchschnittsmusiker wohl die meisten CDs, wenn man vom Internet einmal absieht? Ganz klar: Auf Konzerten bzw. da, wo er mit seiner Musik öffentlich in Erscheinung tritt. Nicht umsonst findet man auf vielen Konzerten einen Merchandise-Stand oder bei Straßenmusikern die selbst produzierten CDs direkt zum Mitnehmen. Die großen CD-Regale und Plattenläden sind für Musiker ohne Label, abgesehen von der teilweise unmöglichen Zugänglichkeit ohne Label, nicht wirklich sinnvoll, denn Kosten (Bereitstellung von weiteren CDs, um bei eventuell größerer Nachfrage den Nachschub sicherzustellen) und Aufwand (z.B. Transport der CDs zu den Läden) werden dadurch nur in sehr glücklichen Fällen gedeckelt. Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass die CD nur eine Form des Merchandise ist, um die eigene Musik offline zu vertreiben.

Wenn eine CD nur eine Form des Merchandise ist, warum sollte man diese herstellen?

Hier sind wir auch schon wieder an dem Kritikpunkt angelangt, dass eine CD nicht unbedingt verkauft bzw. überhaupt erst hergestellt werden muss. Selbst in unserer wunderschönen offline Welt gibt es Mittel und Wege die alte Gewohnheit des CD-Pressens zu durchbrechen. Wie bereits angedeutet, ist eine CD nur eine Form des Merchandise, mit der die Songs des jeweiligen Künstlers an den Fan gelangen können – eine hübsche Verpackung, ein gutes Artwork, vielleicht ein interessantes Booklet mit den Lyrics der Songs und dann ein „Ding“, das wohl immer weniger Menschen tatsächlich abspielen, um die Musik des Künstlers zu hören. Am Ende dient die CD samt Verpackung nur noch als Füllmaterial und im besten Fall dem Aufhübschen des Wandschranks.

Wenn die CD samt Verpackung eigentlich nur noch für Sammlerzwecke geeignet ist oder man diese als reinen Tonträger für Promotionzwecke weitergibt, warum sollte man diese dann noch in großen Auflagen herstellen? Kombinationstechnisch gibt es ja wohl für den Merchandise-Stand auf dem Konzert bessere Alternativen, wenn man beispielsweise Download-Codes verwendet, statt eines Tonträgers. Diese kombiniert man dann mit allem, was ein Fan im echten Leben tatsächlich auch nutzt. Mir würden da sofort T-Shirts mit Download-Codes einfallen. Der Fan hat etwas zum Anziehen, eure Songs in bester Qualität digital immer in der Hosentasche dabei und hilft euch somit sogar noch bei eurem Branding, indem er euren Namen und das Logo auf dem Shirt freiwillig herumträgt. Vor dem Bedrucken der Shirts sollte man selbstverständlich darauf achten, dass diese nicht in „Sweatshops“ hergestellt werden bzw. wurden – nicht aus Qualitätsgründen, sondern moralischen Gründen… Ein Poster mit Artwork und Lyrics + Download-Codes ist bestimmt auch eine interessante Alternative gegenüber der CD, um die Wand zu schmücken. Klar ist das Geschmackssache, aber manche Dinge sind in Kombination mit eurer digitalen Musik einfach sinnvoller als eine runde Scheibe mit hübscher Verpackung drumherum. Lasst eure kreativen Gedanken freien Lauf und ihr findet bestimmt noch weitere sinnvolle Alternativen – nicht nur auf Merchandise-Ebene! 😉

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