Charlies Choice im Interview…

Veröffentlicht am · Autor: Chris

INICAT: Hallo Charlies Choice! Bitte stellt euch doch unseren Lesern vor, die euch noch nicht so gut kennen.

Es gibt uns seit Januar 2009. Wir sind aus verschiedenen Bandprojekten und langjährigen Freundschaften hervorgegangen und haben uns zum Ziel gesetzt, die Berliner Musiklandschaft mit unserer Mischung aus Tanz-/Pop-/Unterhaltungsmusik zu bereichern. Wir sind ein dickköpfiger Achter mit tonangebender Steuerfrau und unterschiedlichem musikalischem Background. Meist rudern wir im Takt, manchmal auch gegen den Strom.

INICAT: Ihr habt am 25.03.2011 euer Debüt-Album „Charlies Choice“ veröffentlicht. Erzählt doch mal, wie die Arbeit an eurem Erstlingswerk vonstattenging.

Sie verlief getreu dem Motto: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit!“ Da wir eine basisdemokratische Band sein wollen, dauert es einfach länger, bis man einen Konsens gefunden hat. Dadurch kann sich im Endeffekt aber jeder mehr mit den Songs identifizieren und das dann auch auf der Bühne transportieren.

Mitten in den Aufnahmesessions haben wir das Studio wechseln müssen und unser erster Bassist ist während der Aufnahmen nach Indonesien ausgewandert. Nicht zuletzt spiele auch die Finanzierung des Ganzen – wir haben ja alles selbst gestemmt – eine nicht unerhebliche Rolle. Im Nachhinein betrachtet gab es aber auch viele schöne Momente und Erfahrungen. Angefangen beim erwähnten Studiowechsel, der sich als sehr fruchtbar erwiesen hat, über die Zusammenarbeit mit dem Recording-Engineer, bis hin zu den netten Gastmusikern, die wir dadurch kennenlernen durften. Ihnen allen sei an dieser Stelle noch einmal gedankt.

Trotz aller Schwierigkeiten sind wir doch alle von unserem Erstling überzeugt. Die CD ist wirklich geil geworden.

INICAT: Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet?

Von der ersten Idee bis zur fertigen CD sind schon anderthalb Jahre ins Land gegangen.

INICAT: Wie würdet ihr euren Style beschreiben?

Die erste Platte hat ja einen starken Ska-Einschlag, mit ein bisschen Reggae gewürzt. Allerdings wollen wir uns in Zukunft nicht darauf festlegen.

INICAT: Hört ihr eigentlich privat auch alle Ska/Reggae? Woher kommen die musikalischen Einflüsse?

Unsere musikalischen Vorlieben und Neigungen sind sehr breit gefächert. Der Drummer kommt eher aus dem Hardrockbereich und wurde durch uns entwöhnt und kultiviert, der Gitarrist ist eine alte Bluesbüchse, der Keyboarder wurde mit Garage Rock der 60er Jahre sozialisiert, unsere Sängerin mag Jazz und Punk, der Basser steht auf alles, was schwarz ist, unsere Bläser sind wohl die Einzigen, die Ska/Reggae im Herzblut haben.

INICAT: Zukunftspläne? Wie geht es weiter mit euch?

Da gibt es auch schon einiges zu berichten. Wir werden demnächst noch eine Single veröffentlichen, die Aufnahmen dafür sind schon fast beendet. Des Weiteren wollen wir coole Live-Gigs spielen und natürlich unsere Scheiben loswerden, denn die verstopfen gerade den Flur unseres Bassisten, der jetzt zwei Wochen ausfällt, weil er sich nachts im Dunkeln daran den Zeh gebrochen hat. Ansonsten sind wir fleißig am Komponieren und haben schon eine ganze Menge neues Material am Start, welches wir gerade live ausprobieren. Der ein oder andere kann sich auch vorstellen, irgendwann seine Miet- oder wenigstens die Heizkosten von den Einnahmen zu zahlen.

INICAT: Wie kamt ihr auf euren Namen?

Der Name manifestierte sich über fünf Flaschen Rotwein, unzählige Biere und einem anständigen Kater am nächsten Tag. Was wir damit meinten, wüssten wir auch gerne. Und vor allem: Wer zur Hölle ist Charlie?

INICAT: Es gibt ja auch schon einige Videos von euch zu sehen. Wer hat die gemacht und wie kam es dazu?

Wie es der Zufall manchmal so wohlwollend meint, stieg seinerzeit ein Trompete spielender Regisseur bei uns ein. Den gibt’s auch immernoch.
Mithilfe seiner Produktionsfirma Bandlife.TV hatten und haben wir so die Möglichkeit, zu tatsächlich günstigen Konditionen, Videos zu machen.
Es ist schon ein Vorteil, wenn ein Bandmitglied auch seinen Beruf zugunsten der Band einbringen kann. Abgesehen davon konnten wir tatsächlich, quasi am eigenen Leibe, erfahren, was so ein Video bringt. Wir haben uns 2009 und 2010 jeweils mit einem Video beim Planet Pop Contest von Radio Eins beworben und jedes Mal schafften wir es unter die ersten drei Plätze. Das führte letztes Jahr dazu, mehr als einen Monat in der Rotation von Radio Eins zu laufen. Ohne Video hätte das nicht geklappt. Wir können anderen Bands nur empfehlen: Macht Videos, Eure Musik kann sich sehen lassen;)

INICAT: Ihr singt ja auf Englisch und Deutsch. Wie entstehen denn die Texte zu den Songs?

Hallo, ich bin die Sängerin und da ich sie singen muss, schreibe ich sie auch. Manche Texte sind freilich während unserer Jams aus dem Handgelenk geschüttelt und durch den Song inspiriert. Beispielsweise musste „Weit trägt der Wind“ einfach ein romantisches Teil werden. Andere sind wiederum von langer Hand geplant und wir mussten erst einen musikalischen Rahmen dafür finden, höre „Lehn dich an“. Ein kleines Fragmente-Buch ist mein ständiger Begleiter und hält einiges an Material bereit.

Deutsch oder Englisch? Aufgrund meines kleinen Englisch ist es auch hilfreich, auf Sessions ein kleines Repertoire an Vokabular zur Verfügung zu haben, da ansonsten spontan kaum geistreiche Plots möglich sind. Klingt blöd, ist aber so. Und es bleibt auch mehr Entspannung zum Musizieren. Dennoch muss ich alle Texte, die performt werden sollen, nach korrigieren lassen und dann teilweise nochmal komplett umwerfen. Und dann das Aussprache-Teufelchen … Meine Muttersprache bietet mir oft Freiheiten, die mich ganz durcheinanderbringen, und alles klingt schnell mal polemisch. Im englischsprachigen Bereich scheint das zwar gang und gäbe zu sein, im Deutschen heißt es dann aber gleich Schlager.

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