Interview: Bullgine über Creating Ripples | Album des Monats November

Veröffentlicht am · Autor: Chris

Noch bis zum 19.12. habt ihr die Möglichkeit eine von fünf „Creating Ripples“-CDs von Bullgine zu gewinnen!

Um teilzunehmen, hinterlasst einfach einen Kommentar unter diesem Interview und beantwortet folgende Frage:

Welcher Song aus dem Album „Creating Ripples“ gefällt euch am besten?

Der Gewinner wird nach Teilnahmeschluss von Bullgine per Zufall bestimmt!

Bullgine - Creating Ripples Cover
„Creating Ripples“ von Bullgine hier vorhören.

Fuck yeah, Bullgine! Euer Album „Creating Ripples“ hat uns so gut gefallen, dass wir diesem als eines der ersten Alben den Titel „Album des Monats“ verpassen mussten! Welche Reaktionen gab es bisher zu Creating Ripples? 

Was bei uns ankam, war durchweg positiv. Vielleicht lassen wir hier einfach mal die Presse sprechen:

Ganz egal, wie man Details dieser Musik erläutern will, sie ist vor allem laut und steigt nicht zwingend in das Tanzbein, eher in eine interessante Gegend, irgendwo zwischen Herz und Hirn. […] Bullgine haben einen Sound gefunden, der Harmonien mit dem Hackebeil erlegt, und doch so etwas wie Poesie zwischen die Zeilen legt.“

„Ein Wassertropfen hebt den Ozean an.“ heißt das erste Gesetz von Dinotopia. Auf eurem Albumcover scheint genau das abgebildet zu sein. Zufall oder gibt es da tatsächlich eine tiefere Verbindung?

Keine Ahnung, wer oder was Dinotopia ist, klingt ein bisschen nach Überraschungsei-Saurier-regiertem Schurkenstaat. Das Cover spiegelt vielmehr den Titel, der wiederum aus dem Song „Sharks“ entlehnt ist. Es deutet an, wie aus einem kleinen Tropfen erst eine kleine Kräuselwelle (das englische Wort ripple klingt da doch eleganter) entsteht, die sich aber zu etwas großem, mächtigen, weitläufigen ausweiten kann. Man könnte vielleicht unser Album als diesen initialen Tropfen ansehen und alles, was folgt, ist besagte Welle, die hoffentlich einige Ufer erreichen wird.

Warum hat das Meer für euch eine solch zentrale Bedeutung? Was verbindet ihr damit?

Das Meer bietet im literarischen Sinne ein riesiges an Spektrum an Bildern, mit denen sich unser eigenes Leben beschreiben lässt. Wild und unbezähmbar, unbekannt, geheimnisvoll und deswegen unglaublich faszinierend. Deswegen auch die häufigen Rückgriffe auf das Thema Seefahrt. Die ist in unserem Kontext nämlich nichts anderes als der Versuch, Herr von etwas zu werden, dem man nicht oder allenfalls nur zeitweise Herr werden kann.

In fast allen Songs schreibt jemand aus der Ich-Perspektive wie z.B. in Alive. Wer hat die Lyrics zu den Songs von Creating Ripples geschrieben?

Die Texte auf der Platte stammen zur Hälfte von Rainer, dem Sänger und vom Gitarristen Otto. Die Ich-Perspektive findet sich tatsächlich auch nur in Rainers Texten, die sich eher mit Gefühlen befassen. Ottos Texte sind eher „Geschichtenlieder“. Sharks“ und „The Hullton Mowl-Uffan File“ z.B. thematisieren die Probleme und Alltäglichkeiten, mit denen wir uns als Potsdamer Band zur Entstehungszeit der Songs befassen mussten. „Downside Up“ wiederum ist ein erzählender Song, eher eine Fabel ohne Tiere, aber ohne Bezug zu einer bestimmten Person.

Handelt es sich dabei um dieselbe Person, die ihre Erlebnisse beschreibt oder schlüpft derjenige immer in eine andere Rolle?
Die Personen sind nicht konzeptuell zusammenhängend – das ergibt sich eher aus dem jeweiligen Thema der Songs. Dass dabei persönliche Erfahrungen, ob direkt oder indirekt, immer eine Rolle spielen, ergibt sich von selbst. Denn ein Text kann nur entstehen, wenn man ein Thema hat, das einen in irgendeiner Form beschäftigt, um die Aussage im Sinne der Anschaulichkeit zuzuspitzen.

„I need to verify if I ‚m still alive“ heißt es in Alive. Welches Ereignis hat dich, Rainer, dazu gebracht, sodass du deine Existenz bzw. dein Handeln auf grundlegende Art und Weise hinterfragt hast?

Dahinter steht kein bestimmter Moment, sondern der stetige Versuch, von Zeit zu Zeit innezuhalten und sich bei allen Sorgen, Nöten, Ängsten und was jeder sonst noch mit sich herumschleppt, bewusst zu machen, wie schön die Welt ist, in der wir leben. Und wir selbst sind es auch! Nur wird dies oftmals von der Summe negativer Erfahrungen überdeckt, die wir alle – manche mehr, manche weniger – machen müssen. Aber es hilft, einfach mal in den Himmel oder aufs Meer zu schauen und tief einzuatmen. Zumindest ein bisschen. Und darum geht es in Alive.

Bullgine - Interview über Creating Ripples

Manche Bands sehen in ihren Mitmusikern nicht nur bloße Spielkumpanen, sondern sogar eine Art Ersatzfamilie. Wie ist das bei euch?

Ja, irgendwie ist das schon so – mit allem was das mit sich bringt. Wir haben uns allerdings erst über die Musik kennengelernt, wobei die musikalische Wellenlänge das ist, was uns von Anfang an geeint hat. Aber natürlich gibt es da auch die eine oder andere Reibung. Und auf diese folgten auch schon mal längere Aussprachen. Aber je mehr Zeit wir miteinander verbracht haben, desto mehr hat sich, glaube ich, bei allen die Erkenntnis durchgesetzt, den anderen menschlich und musikalisch einfach so zu akzeptieren, wie er ist. Und das hat uns in beiden Bereichen unglaublich nach vorn gebracht. Heute sind wir ein Herz und eine Seele. Meistens zumindest.

Gibt es ein bestimmtes Erlebnis, dass euch auf diese Art und Weise zusammengeschweißt hat?

Klar, mehrere. Zum einen waren und sind es die Momente bei der Probe, wenn man sich während des Songschreibens ansieht und allen ist klar: Das ist geil! Das wird der nächste Song. Und dann sind es natürlich die Konzerte. Nicht alle, aber eben die legendären. Meist waren das die, bei denen man am Anfang dachte, die können nur schlecht werden. Kleine Bühne, kleiner Raum, schlechte Akustik usw. Und plötzlich schwangen sich solche Veranstaltungen zu rauschhaften Auftritten auf, die man nicht mehr vergisst und an die man sich am Lagerfeuer bis heute gerne erinnert.

Guckt man auf die Uhr und dann in den Kalender wird man feststellen, dass „Creating Ripples“ bereits über ein Jahr alt ist. Wann gibt es Nachschub?

Wir sind dran – aber jede Aufnahme ist ein langer Prozess, der aus vielen Einzelschritten besteht. Allerdings steht die aktuelle Aufnahme bald vor dem Abschluss, alle Spuren sind soweit im Kasten. Allzu lange wird es also nicht mehr dauern, bis wir uns mit neuem Material zurückmelden. Welcher Titel die EP haben wird, in welcher Veröffentlichungsform das alles geschehen wird und ob noch weitere Songs auf der EP landen – das sind alles Punkte die noch offen sind. Wir lassen uns da aber auch nicht unter Druck setzen. 🙂

Bullgine Inicat-Interview

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